Gradmessung

Mitteleuropäische Gradmessung

Im April 1861 legt Generalleutnant Baeyer dem Kriegsministerium eine Denkschrift “Entwicklung einer Mitteleuropäischen Gradmessung” vor und bereits im Juni des gleichen Jahres befahl König Wilhelm von Preußen (ab 1871 Kaiser Wilhelm I.) durch Kabinettsorder Baeyers Vorschlag zu realisieren.
Hierdurch sollte sein Plan “durch Verbindung der geodätischen Messungen in denjenigen Länder, welche mit Deutschland zwischen gleichen Meridianen liegen, eine Mitteleuropäische Gradmessung herzustellen” verwirklicht werden.
Ende 1862 waren bereits Bayern, Baden, Hannover, Königreich Sachsen, Sachsen-Gotha, Mecklenburg, Belgien, Italien, Schweiz, Österreich, Schweden, Dänemark, Niederlande, Polen und Norwegen dem Unternehmen beigetreten.
Damit war der Grundstein für eine Internationale Erdmessung gelegt, welche heute unter der Schirmherrschaft der IUGG (International Union of Geodesy and Geophysic) steht und fast alle Staaten der Erde einschließt.
1864 fand die 1. Konferenz der Mitteleuropäischen Gradmessung in Berlin statt. Aus der Mitteleuropäischen wurde 1867 eine Europäische und später eine Internationale Gradmessung. Als Organ dieser Konferenz von 1864 wirkte ein Zentralbüro, das seinen Sitz bis 1916 im 1870 gegründeten Geodätischen Institut hatte.

Weiterführendes